Ausgaben von Johnson & Johnson für Anwälte

Johnson & Johnson hat darüber berichtet, dass die Ausgaben für Juristen in den letzten 12 Monaten bei $817 Mio. lagen, was einer Erhöhung um 480% gegenüber den vorangegangenen 12 Monaten entspricht. Diese unglaublich starke Erhöhung der Ausgaben ist bedingt durch mehr als 100.000 Fälle von Patienten, die den amerikanischen Pharmakonzern aufgrund unerwünschter Nebenwirkungen einiger Medikamente verklagt haben. Zum Beispiel haben 18.500 männliche Patienten ein Wachstum der Brust (Gynäkomastie) nach der Einnahme des Antipsychotikum Risperdal berichtet. Es scheint, dass nur ein Teil der Risperdal-Fälle abgeschlossen sei und dass die Mehrheit der Fälle noch ohne Einigung zwischen den Parteien ist, was zu sehr großen Entschädigungen führen könnte. Das eklatanteste Beispiel ist das eines Richters aus Philadelphia, der eine Entschädigung von $70 Mio. für eine Familie mit einem fünfjährigen Kind angeordnet hat, das nach der Einnahme des Medikaments Gynäkomastie entwickelt hat. Im Vorjahr hatte ein Richter aus Alabama hingegen „nur“ $2,5 Mio. gefordert, für einen erwachsenen Patienten, der nach der Behandlung mit Risperdal eine sehr große Brust entwickelt hatte. Es gibt zudem 17.000 Fälle von Patienten, die J&J wegen unkontrollierter Blutungen aufgrund von Xarelto verklagten, hinzu kommen 54.000 Frauen, die gegen J&J wegen Schäden eines Vaginaleinsatzes klagten. Weitere 3.000 haben den Konzern wegen der Anwendung eines Talkum-Babypuders bei der Intimhygiene angeklagt, welches zu Eierstockkrebs geführt habe. In einer Nachricht an die Börsenaufsicht hat J&J erklärt, dass die Klagen keine Auswirkungen auf die finanzielle Stärke des Unternehmens haben, sich aber in den Quartalsergebnissen bemerkbar machen könnten. (Quelle: FT)