Bakterienflora kann Lösung für Autismus-Behandlung sein

Die Wichtigkeit der Darmflora bei der Regulierung des Gleichgewichts des Organismus und dem Auftreten einiger Krankheiten wird immer besser erforscht. In diesem Sinne ist eine Studie interessant, die in der Zeitschrift Neuron von einem Forscherteam des Baylor College of Medicine in Texas unter der Leitung von Mauro Costa-Mattioli veröffentlicht wurde, welches zeigte, dass das Einbringen des Bakteriums Lactobacillus reuteri in den Darm von Labortieren mit Autismus einige der schwersten Symptome reduziert. Es ist bekannt, dass Lactobacillus reuteri sich normalerweise im Darm gesunder Personen befindet und das Säureniveau im Darm reguliert, aber im Jahr 2016 hatte Dr Costa-Mattioli entdeckt, dass Personen mit Autismus nur wenige dieser Bakterien im Darm hatten.
Das bei Neuron beschriebene Experiment wurde durchgeführt, indem die Labortieren zunächst Autismus infiziert wurden, wobei einige mit Valproinsäure behandelt wurden; diese Säure ist bekannt dafür, Autismus hervorzurufen. Andere wurden genetisch verändert und erhielten dadurch die Krankheit. Beiden Gruppen wurde dann Wasser mit dem Bakterium L. reuteri zu Trinken gegeben, was zu einer deutlichen Verbesserung der Kompetenz zur Sozialisierung mit anderen Versuchstieren führte. Nun wurde einigen Versuchstieren die neuronale Verbindung Darm-Gehirn (Vagus-Nerv) getrennt und man beobachtete, dass dies die Verbesserungen durch die Bakteriumgabe wieder zunichtemacht und dies ist ein Zeichen dafür, wie wichtig der Darm für das Nervensystem und die Regulierung komplexer neuronaler Prozesse ist. Die Autoren wollen nun ihre Forschungsarbeit mit einem klinischen Test fortsetzen.

(Quelle: Neuron)