Der neue Kurs von Novartis

Es ist mittlerweile klar, dass der neue CEO von Novartis, Vas Narasimhan, einen wesentlich aggressiveren Management-Stil hat, als sein Vorgänger Joseph Jimenez. Seit der Nominirung von Narasimhan als CEO hat Novartis M&A-Deals im Wert von $25,8 Mrd. abgeschlossen, darunter die Akquisition von Advance Accelerator Application für $3,9 Mrd., die Übernahme der Assets von Spark Therapeutics für $170 Mio., die Abgabe an GSK der Anteile am JV Consumer Health ($13 Mrd.) und der gestern bekanntgegebene Vertrag bezüglich AveXis ($8,7 Mrd.). Diese beeindruckende Serie von Vereinbarungen steht im Kontrast mit der Politik des Vorgängers Joe Jimenez, der mit Akquisitionen immer vorsichtig war, insbesondere in der Zeit, in welcher am Markt für Targets ein hoher Aufschlag zu zahlen war.

Man sieht viele Übereinstimmungen zwischen dem neuen Chef von Novartis und dem legendären CEO Daniel Vasella, der den Konzern zwischen 1999 und 2013 führte und dabei radikale Änderungen der Marschrichtung im Vergleich zum Vorgänger umsetzte. Narasimhan war bisher nicht nur im Bereich M&A besonders dynamisch, sondern hat auch wichtige Änderungen im Bereich F&E umgesetzt und legte den Fokus des Konzerns auf die drug discovery und will die neuen Bereiche wie precision medicine und Digitalisierung stärken.

Es gibt zudem klare Signale, dass der amerikanische Manager wichtige Entscheidungen zum einigen Assets treffen wird. Insbesondere scheint klar, dass Narasimhan den nordamerikanischen Teil von Sandoz abgeben will, der Generika vermarktet und einen Wert von über $2 Mrd. besitzt. Auch gibt es Anzeichen für eine Entscheidung bezüglich Alcon (während der Ära Vasella übernommen), die an die Börse gebracht werden und damit  $25-$35 Mrd. einbringen könnte. Auch die Abgabe der Anteile an Roche in Höhe von 6% und im Wert von fast $14 Mrd. könnte anstehen.

Um diesen neuen Kurs einzuführen, hat Narasimhan sein Management Team komplett umgebaut, neue Manager nominiert und alte versetzt oder entlassen. Seit er als CEO im Amt ist, hat sich der Aktienkurs von Novartis (Zürich) jedoch nur sehr geringfügig geändert, trotz der vielen unterschriebenen Verträge.