Die Dynamik des Marktes der Biosimilare

Gemäß der Wochenzeitung The Economist können Biosimilare einer der Schlüssel zur Lösung des Problems zu hoher Gesundheitskosten in den USA sein, wo sich weniger als 2% der Bevölkerung die neusten und wirksamsten Therapien leisten können, die aber 35% der gesamten Ausgaben des Landes darstellen.

Die Biosimilare sind Medikamente, die wie die originären Pharmaka funktionieren, jedoch mit dem Vorteil deutlich günstigerer Preise. Die ersten Biosimilare wurden in Europa im Jahr 2004 zugelassen, und in USA im Jahr 2010. Der vermutlich sinnbildlichste Fall ist der von Humira, das Medikament gegen rheumatoide Arthritis und Morbus Crohn, das von AbbVie verkauft wird und einen Umsatz von etwa $20 Mrd. jährlich erzielt. Damit hat Humira den größten Umsatz eines Medikaments weltweit. Dieser Umsatz zog die Aufmerksamkeit von Herstellern von Biosimilaren an und es gibt heute schon 5 zugelassene Biosimilare, darunter drei schon in der Vermarktung, inklusive dem bekanntesten, Amjevita, welches vom Konkurrenten Amgen entwickelt worden war. In einer Pressekonferenz hat das Management von AbbVie kürzlich zugegeben, dass die Konkurrenz der Biosimilare in Europa AbbVie dazu gezwungen hat, seine Preise für Humira deutlich zu senken, da die entsprechenden Biosimilare für einen Preis verkauft werden, der nur bei 20% von dem von Humira liegt.

Ein anderer Fall ist der von Neulasta, einem Antitumormittel von Amgen mit einem Umsatz von $3,7 Mrd. jährlich, das seit wenigen Tagen einen Konkurrenten auf dem Markt hat, nämlich ein Biosimiar, das von der kalifornischen Coherus BioSciences entwickelt worden war.

Nach Meinung von McKinsey wird die Marktgröße von Biosimilaren dramatisch steigen; die Manager des Beratungsunternehmens schätzen, dass das Umsatzvolumen von aktuell $5 Mrd. auf $15 Mrd. im Jahr 2020 steigen wird. Dies könnte im nächsten Jahrzehnt zu Einsparungen im US-amerikanischen Gesundheitssystem von mindestens $54 Mrd. führen.

(Quelle: The Economist)