Die Schweiz ist die Wiege des europäischen Biotech-Sektors

Die schweizer Ökonomie-Tageszeitung Finanz und Wirtschaft hat gestern eine detaillierte Analyse des schweizer Biotech-Sektors veröffentlicht. Die Schweiz ist sicher der Hub für den europäischen Biotech-Sektor, denn dort haben 237 Biotech-Unternehmen ihren Hauptsitz, wovon 14 börsennotiert sind. Die Investoren, Venture Capital- und kleine Fonds, investieren tendentiell in diese Unternehmen, bis diese die experimentelle klinische Phase-II erreichen und für die Phase-III, also den letzten Schritt vor der Zulassungsanfrage, Finanzmittel benötigen, die nur durch einen Börsengang oder eine Kooperation mit einem multinationalen Pharmakonzern aufgebracht werden können. Man schätzt, dass die Kosten für einen klinischen Versuch der Phase-III in den USA bis zu einer viertel Milliarde Dollar kosten kann. Von den 14 börsennotierten Unternehmen hat nur Vifor Pharma die kommerzielle Phase erreicht, mit den Produkten Ferlnject und Venofer. Vifor hat eine Kapitalisierung von etwa CHF12 Mrd. und ist seit 2003 in Zürich an der Börse. Die neue Idorsia ist jedoch die interessanteste schweizer Biotech-Firma, denn obwohl sie noch kein Produkt auf den Markt gebracht hat und die Kapitalisierung nur bei CHF3 Mrd. liegt, hat Idorsia eine der interessantesten Pipelines des Sektors, mit 3 Kandidaten, die sich schon in Phase-III befinden, und einer großen Anzahl von Kooperationen mit großen Pharma-Unternehmen. Aufgrund ihrer bevorstehenden Phase der Kommerzialisierung sind die Biotech-Unternehmen Evolva und Cosmo, die große Veränderungen durchlaufen, was sich auch im Kursverlauf wiederspiegelt, der sehr volatil ist. Auch das Unternehmen Basilea Pharmaceutica (CHF703 Mio. Kapitalisierung) wird besprochen, welches Kandidaten in verschiedenen experimentellen klinischen Stadien der Phase-I bis Phase-III hat und das einen moderaten Umsatz erzielt, dessen weitere Entwicklung jedoch vor allem vom dem Fungizid Cresemba abhängt.
(Quelle: Finanz und Wirtschaft)