Die Verteidigung von Brandicourt, CEO von Sanofi

In einem Interview beim World Economic Forum in Davos verteidigte der CEO von Sanofi Olivier Brandicourt die Strategie, die das Unternehmens seit seiner Amtsübernahme im April 2015 verfolgt hat. Die Verteidigung kam als Folge der wachsenden Ungeduld der Investoren, die eine große Akquisition fordern, um das zukünftige Wachstum des französischen Unternehmens zu garantieren. Sanofi scheiterte im Jahr 2016 mit der Übernahme von Medivation; das Unternehmen wurde hingegen vom Konkurrent Pfizer für $14 Mrd. übernommen. Nun scheint Sanofi zu spät bei der Akquisition der schweizer Biotech-Firma Actelion, die nach Marktgerüchten kurz vor der Übernahme durch Johnson & Johnson für $28 Mrd. steht. Brandicourt hat während des Interviews erklärt, dass sein Konzern nicht erwägt, zu hoch bewertete Unternehmen zu übernehmen und dass Sanofi, obwohl M&A ein wichtiger Teil der Wachstumsstrategie des Unternehmens ist, auch durch organisches Wachstum erfolgen kann. Der Aktienkurs von Sanofi ist unter denjenigen Unternehmen, die am wenigsten im Healthcare-Sektor gestiegen sind. In den letzten 5 Jahren stieg der Aktienkurs (NYSE und Paris) um etwa 37%, während der Durchschnitt der Unternehmen im Healthcare-bereich (Stoxx 600 healthcare index) um 61% anstieg. Sanofi führt ein wichtiges Projekt der Kostensenkung um 1,63 Mrd. durch, das unter anderem Einschnitte von mindestens 600 Stellen in Frankreich vorsieht. (Quelle: Yahoo Finance)