Erste Bilanz der radikalen Umorganisation durch den neuen CEO von GSK, Emma Walmsley

Das Wall Street Journal hat gestern einen langen Artikel zum Management-Stil von Emma Walmsley, dem neuen CEO des britischen Pharmakonzerns GSK veröffentlicht. Die Maßgabe der 48-jährigen Managerin scheint die vollständige Restrukturierung des Unternehmens zu sein, denn seit dem ersten Tag nach ihrer Benennung wurden 125 Executives entlassen oder durch neue Manager von der Konkurrenz ersetzt. 400 Wissenschaftler verloren ihren Arbeitsplatz oder konnten bestenfalls einen anderen Arbeitsplatz im Unternehmen finden. Walmsley hat zudem die Unterbrechung von gut zwei Dutzend klinischen Studien angeordnet, um den Konzern auf wenige, wohl definierte Therapiesektoren zu fokussieren. Nach Meinung von Walmsley ist das Problem von GSK der fehlende Fokus und der geringe Kapitalrückfluss aus den F&E-Aktivitäten, der in den Jahren 2007-2016 bei 3% und somit weit unter dem Vergleichswert anderer Pharmaunternehmen wie Celgene (30%), Gilead (21%) und Novo Nordisk (15%) lag. Für das Jahr 2017 werden die F&E-Ausgaben bei etwa $6,3 Mrd. liegen, insbesondere in den Sektoren Atemwege, HIV, Onkologie und Autoimmunkrankheiten. Der neue CEO erklärte auch, mehr Ressourcen auf die Entwicklung neuer verschreibungspflichtiger Medikamente zu verwenden; eine Strategie, die im Gegensatz steht zu derjenigen ihres Vorgängers Andrew Witty: er hat einen Teil seiner 9-jährigen Tätigkeit als CEO bei GSK dem Aufbau des Bereichs Consumer Health gewidmet. Der neue Kurs scheint viele Investoren jedoch nicht zu überzeugen, denn der Aktienkurs verlor mehr als 21%, während der entsprechende S&P Global 1200 Health Care Index im gleichen Zeitraum 6% zulegte. Die Einschnitte in den nächsten Jahren werden massiv sein, denn das Ziel von Walmsley ist es, $1,4 Mrd. bis 2020 einzusparen und mindestens 9 Produktionsstätten zu schließen.
(Quelle: WSJ)