Herausforderungen für John Milligan, CEO von Gilead

Es ist nicht leicht, CEO eines multinationalen Konzerns zu sein, dessen Umsatz sich in den letzten zwei Jahren verdreifacht hat, und dessen Aktienkurs um 136% gestiegen ist, dessen Marktkapitalisierung aber in den letzten Monaten um 20% sank. Dies ist die Situation für John Milligan, den neuen CEO von Gilead. Gilead musste kürzlich drastisch die Preise seiner extrem teuren Therapie ($1000-für eine Tagesdosis) gegen Hepatitis C. Grund für die Preissenkung war der politische Druck in den USA und die neue Konkurrenz im Sektor, die auch zu einer Verlangsamung des Umsatzwachstums in den nächsten Jahren führen. John Milligan ist ein Biochemiker mit 26 Jahren Erfahrung in Gilead und wurde im Januar zum CEO des Konzerns ernannt. Nach Analystenmeinung ist es die erste Aufgabe von Milligan, eine neue Wachstumsquelle als Alternative zu den Hepatitis C-Therapien (Sovaldi e Harvoni) und für HIV zu finden. Milligan muss auch den Weg finden, das schlechte Image von Gilead zu verbessern, das aufgrund des Verkaufspreises seiner Medikamente entstanden war. Der neue CEO erklärte sofort nach seiner Nominierung, dass er Gilead unter den Konzernen halten will, die am meisten in F&E investieren und daher $3 Mrd. in diesem Jahr in Arzneimittelforschung investieren will. Auf die Frage, ob er eine wichtige Akquisition am Horizont sieht, antwortete er, kleine Akquisitionen zu bevorzugen. Nach Expertenmeinung wird der nächste Zukauf von Gilead ein Portfolio zur Krebstherapie aufbauen.
(Quelle: WSJ)