Jüngste Entwicklungen im Onkologie-Sektor

Die FT hat heute bei der Eröffnung des ASCO-Kongresses einen umfangreichen Report zu den jüngsten Entwicklungen der Medizin beim Kampf gegen Krebs veröffentlicht. Das Feld mit den meisten Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten ist das der Immuntherapie, welches im Q1 2018 einen Umsatz von $3,2 Mrd. vs $2,8 Mrd. in Q4 2017 erzielt hat. Es scheint so, dass die US-amerikanische Merck & Co. (Keytruda) das führende Unternehmen im Sektor geworden ist und damit den Erzrivalen BristolMyers Squibb (BMS) überholt hat, der das Immuntherapeutikum Opdivo vermarktet und damit bereits Umsätze eines Blockbusters erzielt. Auch die schweizer Roche mit Tecentriq und AstraZeneca mit Imfinzi gewinnen Marktanteile und erzielen einen Umsatz von fast $300 Mio. in Q1 2018. Die Grenze der Immuntherapie ist, dass sie nur in 20-30% der Fälle wirksam ist, nämlich wenn ein Patient ein erhöhtes Level des Proteins PD-L1 (Checkpoint-Inhibitor) besitzt, also das Protein, das mit dem Immuntherapeutikum interagiert. Um die Nutzung der Immuntherapie zu erweitern, haben Merck & Co und BMS wichtige Studien begonnen, um die Kombination eines Immuntherapeutikums mit Chemotherapie zu bewerten, und die bisher erhaltenen Daten sind schon sehr vielversprechend und zeigen, dass die Wirksamkeit in vielen Fällen auf mehr als 50% erhöht werden kann. Viele Studien bewerten zudem die DNA der Tumoren und die Genomdefekte, die sie besitzen. Ziel ist es, neue alternative Therapietargets neben dem Protein PD-L1 zu finden, wie im Fall von Loxo Oncology. Loxo hat eine Kooperation mit Bayer begonnen für die Entwicklung von OXO-292, eine Therapie für Tumore mit Fehlern auf dem Gen RET (27 davon mit Lungenkrebs).

(Quelle: FT)