Vergleich der Strategien von Roche und Bayer

Wenn die Pipeline und die M&A-Aktivitäten der deutschen Bayer und der schweizer Roche verglichen werden, scheint klar zu werden, dass die Strategien beider Konzerne sehr ähnlich sind.  Am 14. November hat Bayer einen Vertrag mit Loxo Oncology im Wert von $400 Mio. geschlossen, wozu weitere $600 Mio. kommen, falls bestimmte Meilensteine erreicht werden. Der Vertrag soll die Rechte an Larotrectinib und Loxo-195 sichern, zweier revolutionärer Gen-Therapien der TRK-Rezeptoren mit Genveränderungen, die sich in vielen Tumoren zeigen. Gestern kündigte hingegen Roche die Übernahme der innovativen Biotech-Firma Ignyta für $1,7 Mrd. an, welche eine Produkt-Pipeline besitzt, die ähnliche Wirkmechanismen hat, wie die von Loxo. Beide Firmen, Loxo und Ignyta, betrachten Tumoren als Genkrankheiten und heilen sie unabhängig vom Organ, das sie befallen. Roche und Bayer teilen auch ihr starkes Interesse für einen anderen Therapiesektor, nämlich den der Multiplen Sklerose. Roche hat Ocrevus entwickelt, das vor kurzem im Markt eingeführt wurde und ein Blockbuster werden könnte. Bayer setzt wiederum auf Betaferone, eine neue Behandlungsmethode des Konzerns aus Leverkusen. Roche und Bayer sind auch Konkurrenten im Sektor der Blutkrankungen, nach der Zulassung in USA von Hemlibra, das in Kürze mehrere Milliarden US-Dollar erwirtschaften könnte und in Konkurrenz zu den Bayer-Produkten Kogenate (Hämophilie) und Kovaltry steht.

(Quelle: Handelsblatt)