Warum AbbVie der mögliche Superstar im Biotec-Sektor 2019 wird

Das Biotec-Unternehmen AbbVie mit Sitz in Illinois wird von vielen Analysten als der schlafende Riese im Biotech-Sektor betrachtet. Im Jahr 2013 als Spin-off von Abbott Laboratories gegründet, ging das Unternehmen sofort an die Börse (Wall Street) und der Aktienkurs gewann „nur“ mehr als 100% nach dem IPO, wobei die Kapitalisierung auf nun $133 Mrd. mit einem P/E von 18 anstieg. Dies ist geringfügig weniger als der Durchschnitt des Sektors. Das wichtigste Asset des Konzerns ist der Blockbuster Humira (Rheumatoide Arthritis, Psoriasis, Morbus Crohn), das meistverkaufteste Medikament weltweit mit einem Umsatz von $5,1 Mrd. im Q3 2018, was 62% des gesamten Umsatz des Konzerns entspricht. Humira hat im Jahr 2016 den Patentschutz verloren, aber AbbVie schaffte es bisher, den Abstand zur Konkurrenz der Biosimilare und Generika aufrecht zu erhalten.

Aus finanzieller Sicht ist das Unternehmen eines der solidesten im gesamten Bereich, denn der Bruttogewinn liegt bei über 80% und die Finanzdecke erreichte im Q3 2018 die $10  Mrd.-Grenze, was das Unternehmen zu einen der wahrscheinlichsten Protagonisten im M&A-Bereich macht. Die kürzlich erfolgte Steuerreform der Trump-Administration half großen amerikanischen Pharmaunternehmen und sicher insbesondere AbbVie, denn die Steuern im Q3 2018 lagen bei nur $14 Mio., während sie im Q3 2017 noch $464 Mio. betrugen.

Die Pipeline des Konzerns scheint recht robust, um weiteres Wachstum zu garantieren, falls Humira Marktanteile an Konkurrenten der Biosimilare verliert. Besonders beeindruckend ist die Pipeline im Onkologie-Sektor, mit den zwei zukünftigen Blockbuster Venclexta und Imbruvica, letzteres hatte im Q3 2018 schon mehr als $900 Mio. an Umsatz erzielt (+41% ggü. YOY). Risankizumab und Upadacitinib haben hingegen großes Potential im Immunologie-Bereich für Krankheiten wie Psoriasis und Morbus Crohn; beide befinden sich in klinischen Tests der Phase-III.