Wie Investoren den Pharma-Markt bewerten

Eine Studie von Bloomberg geht davon aus, dass der Umsatz der größten 10 Konzerne im Pharmasektor im Jahr 2017 um +2% ansteigen wird. Unter den Konzernen mit dem größten Wachstum befindet sich Pfizer, die durch die Akquisition von Medivation und Teva die Gewinne aus der im Jahr 2016 übernommenen Generika-Sparte von Allergan erhält. Interessant ist die Betrachtung der Konzerne auf Platz 11 bis 20 im weltweiten Umsatz-Ranking: das Wachstum beträgt dort 4,5%, und unter diesen Unternehmen stechen Bayer und AbbVie hervor. Nach Meinung des Marktforschungsunternehmens Evaluate Pharma wird der gesamte Pharmamarkt, mit einem weltweiten Umsatz von heute $800 Mrd., um 6% bis zum Jahr 2022 wachsen. Trotz dieser vielversprechenden Zahlen schauen Investoren aus zwei Gründen mit Sorge in die Zukunft: die abnehmende Fähigkeit großer Unternehmen für Innovationen und somit für das Auffinden neuer Wirkstoffe für den Markt (-20% in Deutschland gegenüber 2015) und der sehr hohe Preisdruck im US-Markt, dem stärksten Markt weltweit. Paradoxerweise haben sich die F&E-Ausgaben der Big Pharma 2016 erhöht, auf eine Rekordsumme von $150 Mrd., aber der Gewinn aus F&E-Projekten liegt, gemäß Deloitte, heute bei 3,7%, während er im Jahr 2010 noch 10% betrug. Eine weitere große Herausforderung im Pharmamarkt ist die Reaktion auf den anwachsenden Druck der Politik und der Krankenkassen auf die Medikamentenpreise in den USA. Eli Lilly hat bereits erklärt, seine Preise für manche Insulin-Präparate um 40% zu senken und McKesson hat bereits eine profit warning herausgegeben, da das Unternehmen einen signifikanten Rückgang der Preise für seine Medikamente in USA vorhersieht. (Quelle: Handelsblatt)